Grönemeyers Rede - Philosophischer Grundlagenvergleich

Im September 2019 hielt Herbert Grönemeyer während eines Konzerts eine Rede in welcher er dazu aufrief, "keinen Millimeter nach rechts" zu rücken.

Anhand der Philosophen Karl R. Popper und Umberto Eco, des Physikers Albert Einsteins, des Reichskanzlers Joseph Wirth und des Theologen Martin Niemöllers sowie unter der Einbeziehung von Statistiken zu Politisch Motivierter Kriminalität aus dem Jahr 2018 kann man Grönemeyers Rede nur wie folgt beurteilen:

 

"Der erste Satz von Herbert Grönemeyers Rede erinnert an ein Zitat von Martin Niemöller (*1892; †1984).

 

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war
ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich
geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die
Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein
Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der
protestieren konnte. „


1976 gab er diese selbstkritische Antwort auf die Frage: „Warum habt ihr nichts getan…?“
Diese Antwort ist ein Beispiel dafür wie man schuldig werden kann ohne etwas Schuldhaftes getan zu haben - durch Unterlassen und Nichterkennen einer Gefahr, die zum Anfang von Unrecht und Gewalt
wurde.


Wir wissen was einst geschehen war und wie leicht man die Freiheit und das Leben verlieren kann.
Wir wissen, wie einst Wirth, wo der Feind steht. Jener Feind der in Deutschland, in Europa, in der ganzen Welt, heute wie damals, sein Gift der Zwietracht, des Hasses, der Ausgranzung, der Gewalt und des Mordes versprührt.

 

Grönemeyer‘s Rede steht im Einklang mit der philosophischen Grundlage einer freiheitlichen, humanistischen und offenen Gesellschaft.


In einer offenen Gesellschaft hat jeder das Recht so zu leben wie er es möchte. Er hat jedoch nicht, das Recht die Freiheit die er genießt anderen zu verwehren.
Eine offene Gesellschaft ist somit eine freie, vielfältige und akzeptierende Gesellschaft. Eine Gesellschaft die auf die Werte der Souveränität und Individualität des Einzelnen und der Solidarität der Gemeinschaft setzt.


Wie Eco und Popper fordern sollten wir die Grenzen der Toleranz, die Grenzen der Akzeptanz für uns festlegen.
Es liegt also an uns, klar zu machen, zu diktieren, was die Grundlagen einer solchen Gesellschaft sind.

 

Das Diktat der Freiheit, Souveränität, Individualität, Vielfalt und Solidarität ist das Menschenrecht.

 

Und wer etwas gegen dieses Diktat hat, der steht auf der anderen Seite der Offenen Gesellschaft."

 

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Die Statistiken des Bundeskriminalamts findet ihr unter

 

https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2019/05/pmk-2018.html

 

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