Frieden um des Friedenswillen?

"Krieg ist immer gleich"

So lautet der immer wiederkehrende Ausspruch im post-apokalyptische Spieluniversum Fallout und er stimmt.

Krieg ist immer brutal, er ist immer zerstörend. Er vernichtet Existenzen und Leben. Er zerstört Zukunften und Hoffnungen. Er hinterlässt eine Trümmerwüste wo einst ein pulsierendes Leben war.

Wo immer es möglich ist muss krieg daher verhindert werden, muss Gewalt unterbunden werden.

 

Doch kann es Frieden geben solange es die Tyrannei gibt?

Der Pazifismus lehrt, dass Vernunft die Antwort auf Konflikte sein sollte. Doch dafür müssten alle Parteien Vernunftbesitzen.

Dort wo die Gier nach Profit und Macht regiert herrscht keine Vernunft. Dort wo Despoten und Tyrannen mit eiserner Faust regieren und ihre Anhänger und Sympathisanten mit Gewinnen locken kann Vernunft keinen Frieden bringen.

 

Doch was ist Frieden überhaupt?

Die einen würden sagen: "Frieden ist die Abwesenheit von Krieg."

Ich würde sagen: "Frieden ist, wo das Menschenrecht uneingeschränkt gilt. Denn der Frieden ist die Abwesenheit von Unrecht."

 

Wer Frieden rein des Friedenswillen will, der baut diesen Frieden wie ein Haus auf Sand. Die nächste Flut reißt diesen Frieden ein.

Frieden sollte mehr auf einem festen und unzerstörbaren Fundament errichtet und gegen die Fluten des Unrechts jeden Tag auf's Neue verteidigt werden.

 

Um dauerhaften und echten Frieden zu erlangen ist der Krieg, oder besser gesagt der Einsatz von Gewalt, leider ein notwendiges Mittel.

 

Eine Weisheit lehrt: "Man kann einen wilden Tiger nicht durch streicheln in eine zahme Hauskatze verwandeln."

Und dies stimmt. Ein Tyrann kann nie sein Tyrannensein ablegen. Ein Unrechtsregime kann nie ein "Regime des Rechts" werden.

Manch einer würde jetzt sagen, aber das haben wir doch in den letzten Jahren erlebt.

Dort wo Tyranneien und Diktaturen gestürzt wurden war die Gewalt der des Volkes größer als die Gewalt der Tyrannei. Oftmals jedoch hat die Tyrannei gesiegt. Sie hat sich ein neues Gewand angezogen und ihr Unrecht fortgeführt. Oder sie hat sich angepasst und unterminiert die gewonnene Freiheit durch neue Mittel des Kampfes. Sie führt regelrecht einen Krieg gegen die Vernunft und damit gegen den gewonnenen Frieden.

 

Eine rein pazifistische Politik schreckt zu dem nicht davor zurück mit dem Teufel die Hand zu reichen und mit ihm zu paktieren.

Für den Frieden nimmt sie die Herrschaft des Unrechts billigend in kauf, denn der Frieden ist für sie mehr Wert als die Herrschaft des Rechts.

Man geht Handelsverträge mit Tyrannen ein, in der irrigen Annahme, dass Wohlstand allein Frieden bringe. doch dabei übersieht man, dass bis zu diesem Sankt Nimmerleinstag Hunderte, Tausende, gar Millionen von Menschen unter dem Unrecht leiden und sterben.

Man versucht zwischen den Kräften der Freiheit und den Kräften des Unrechts zu vermitteln und fällt doch der Freiheit und damit dem Frieden sehenden Auges in den Rücken.

 

Das Unrecht ist listig, es nutzt den Pazifismus zu seinen Zwecken um an der Macht zu bleiben.

Wer einen Handel mit ihm eingeht, der hintergeht die Menschen.

 

Krieg ist niemals gut, doch wir müssen uns die Frage gefallen lassen und stellen:

 

"Was ist uns wichtiger? Ein dauerhafter und echter Frieden für alle Menschen oder ein Frieden des Friedens willen? Menschenrecht und Menschenwürde oder Frieden? Mit dem Teufel paktieren oder ihm entgegentreten, wenn nötig auch mit der Waffe in der Hand?"

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