Justitia ist blind und das ist auch gut so

Egal woher jemand kommt. Egal welcher gesellschaftlichen Schicht jemand angehört. Egal wie er liebt oder lebt.

Justitia ist blind, und das ist auch gut so.

 

Sie schert sich nicht um die Äußerlichkeiten eines Menschen. Sie will nicht sehen zu welcher Gruppe von Menschen jemand gehört.

Sie vorverurteilt nicht, sondern sie urteilt nach den Fakten. Sie schert sich nicht um wohlmeinende Worte, nicht im den Hass der unsere Herzen erkalten lässt.

Sie ist wie die Feder auf der Waage des Totengerichts des alten Ägyptens. Sie ist wie das Buch des Lebens am Tage des jüngsten Gericht der christlichen Religionen.

Sie urteilt allein nach den Taten.

 

Denn ob ein Mensch gut oder schlecht ist hängt nicht davon ab wer ist, sondern es hängt davon ab was er tut.

Doch leider sehen viele Menschen die Welt nicht so wie Justitia sie sieht.

Viele sehen nur die Hautfarbe oder das Geschlecht. Sie sehen nur wie jemand lebt oder liebt. Sie sehen nur wie reich oder arm jemand ist.

Den Menschen hinter all diesem jedoch, den sehen sie nicht. Und manche wollen ihn auch nicht sehen.

 

Wenn in Moria wenige Menschen einen Brand aus Verzweiflung legen, dann sind für sie alle schuld.

Wenn ein geflüchteter Mensch ein Verbrechen begeht, dann sind für sie alle Verbrecher.

Wenn ein Polizist getrieben aus rassistischen Hass und Vorurteil Racial Profiling begeht, dann sind für sie alle Rassisten.

Für sie ist die Sippenhaft Normalität, ist es doch einfacher aller zu beschuldigen als nur den Täter.

 

Wo Justitia hinhört und versucht die Wahrheit zu finden, da suchen sie nach einfachen Lösungen, denn die Suche nach Wahrheit kann lang und unangenehm werden.

Die Wahrheit kann für uns wie ein Spiegel sein und uns offenbaren, dass nicht allein die Schuld bei dem liegt welcher die Tat begangen hat, sondern auch bei uns selbst.

Wir verurteilen Menschen dafür, dass sie flüchten. Wir würdigen sie herab, in dem wie sie zu "Wirtschaftsflüchtlingen" degradieren. Wir sprechen ihnen ihre Würde ab und machen sie zum Spielball unserer eigenen Angst vor der Wahrheit.

Wir wollen nicht sehen, was unser handeln anderen antut, sondern nur sehen, was das handeln der anderen uns antut.

Wir wollen nicht Verantwortung für unsere Fehler übernehmen, sondern die Verantwortung auf andere abwälzen.

 

Doch die Waage der Justitia lässt sich nicht ein auf dieses Spiel der Täuschung.

 

Die Welt ist nicht schwarz und weiß, sondern wie ist wie ein Blumenmeer. Sie kennt nicht nur Aktion und Reaktion, sondern sie auch wie ein Bumerang.

Unsere Taten verändern die Welt. Wenn wir Wind säen, dann müssen wir uns nicht wundern, das wir Sturm ernten.

Betrachten wir jedoch die Welt nur aus unserer Sicht und blenden die Wirkung unseres Handelns aus, so ist es leicht über andere und ihre Taten zu urteilen. Denn waren ja nicht wir, die sie zu dieser Tat trieben, sondern allein der der die Tat begann.

 

Justitia jedoch fragt nach den Ursachen der Wirkung. Sie fragt nach dem was war bevor es geschah. Denn sie sieht nicht den Augenblick, sondern ergründet das Ganze und wie es mit einander zusammenhängt.

 

Wären wir doch nur alle wie Justitia. Blind für die Vorurteile. Blind für den Augenblick.

Und würden versuchen die Wahrheit zu finden, statt schnelle Lösungen zu erwarten.

Dann wäre diese Welt gerechter und menschenwürdiger.

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