
Der Frieden ist das wichtigste was es gibt. Eine Haltung die richtig ist, die jedoch zugleich auch eine reale Gefahr birgt.
Denn oftmals werden auf dem Altar des Friedens die Würde und die Rechte eines jeden Menschen geopfert.
Friedensdemokraten sehnen sich zu erst nach Frieden und erst dann nach wenn es möglich ist nach Menschenwürde und Menschenrecht.
Doch einen dauerhaften Frieden wird es nicht geben, wenn dieser Frieden nicht auf dem steinernen Fundament der uneingeschränkte Regentschaft der Menschenwürde und des Menschenrechts errichtet.
Ursprünglich stammt der Begriff Friedensdemokrat (allgemein Copperheads) aus der Zeit des US-Amerikanischen Bürgerkrieges und beschrieb eine heterogene Gruppe verschiedener Interessen innerhalb der us-amerikanischen Demokraten. Unter diesen waren sowohl allgemeine Kriegsgegner als auch Gegner der Politik Abraham Lincolns sowie auch Gegner des Abolitionismus/Emanzipation. Einige damalige Friedensdemokraten waren sogar bereit für das Ende des Krieges auf die Sklavenbefreiung zu verzichten.
Rund 80 Jahre später wurde diese Ideologie durch Neville Chamberlain erneut auf die Spitze getrieben. Geprägt vom Grauen des Ersten Weltkriegs versuchten Chamberlain und seine Getreuen bis in die ersten Kriegstage des Zweiten Weltkriegs hinein Hitler und das Dritte Reich zu beschwichtigen. Obwohl vielen Betrachtern des politischen und militärischen Lage bereits klar war, dass ein neuer Krieg kommen würde. Statt rechtzeitig dem Tyrannen Hitler die Stirn zu bieten verkroch man sich hinter dem falschen Trugbild des Appeasement-Politik. Ein fataler Fehler der schließlich über 50 Millionen Menschen das Leben kostete. Man war bereit seine Hand den blutgetränkten Händen der Tyrannei auszustrecken.
Eine Weisheit sagt, man kann keinen wilden Tiger durch streicheln in eine zahme Hauskatze verwandeln. Die jedoch hat Chamberlain versucht.
Bis heute besteht diese Appeasement-Politik, die Beschwichtigung von Tyrannen zum Wohle des Friedens in veränderter Form fort.
Heutige Friedensdemokraten findet man in fast allen politischen Lagern. Geht es den einen allein um des Friedens willen (Pazifisten), so geht es anderen allein um Profit und damit um wirtschaftliche Interessen. Eine Haltung jedoch, die nicht zu einer friedlichen Welt führte, sondern eher sogar die Gefahr eines Dritten Weltkrieges stetig erhöht. Denn die heutigen Friedensdemokraten sind nicht nur, wie ihre historischen Genossen bereit dem die blutige Hand von Despoten zu schütteln, sondern diese auch bei der Ausbeutung ihrer unterjochten Völkern bereitwillig zur Hand zu gehen.
Zwar gibt es hier und da manchmal ein Einsehen im Hinblick auf die Gefahr die von den Tyrannen und Despoten unserer Zeit ausgehen, doch ein ernsthaftes um konsequentes Umdenken findet nicht statt. Hat sich ein Chamberlain von Münchener Abkommen blenden lassen, so lassen sich heutige Friedensdemokraten vom Trugbild "eine wirtschaftlich vernetzte Welt unterbindet einen Weltkrieg" bereitwillig täuschen. Mehr noch, durch eine Zentrierung auf eine Politik des Friedens um des Friedenswillen oder gar eine Politik zum Wohle der eigenen Wirtschaft stärken sie die Macht der Feinde des Friedens, nach denen sie sich doch so sehr sehnen.
Während die Friedensdemokratie und ihre Blindheit vor den Gefahren die von den Tyrannen und Despoten unserer Zeit ausgeht die freie Welt schwächt, leiden die Menschen des Friedens willen.
Es ist ein Paradox, auf der einen Seite sehnen sich die Menschen nach Frieden, auf der anderen Seite sehnen sie sich nach der uneingeschränkten Geltung der Menschenwürde und des Menschenrechts überall auf der Welt.
Will man allein den Frieden um des Friedenswillen, so baut man diesen wie ein Haus auf Sand welches die nächste Flut zum Einsturz bringt. Man schwächt sich und stärkt damit jene die man eigentlich verabscheut.
Will man dauerhaften Frieden so geht dies nicht ohne die uneingeschränkte Herrschaft der Menschenwürde und des Menschenrechts. Dafür muss man jedoch auch in letzter Konsequenz bereit sein die Waffen gegen die Tyrannen und Despoten zu erheben.
Ich persönlich lehne die Friedensdemokratie vom Grund auf ab, denn für mich ist die Würde des Menschen und das Menschenrecht unverhandelbar, unveräußerlich und ewig gültig. Mir wäre die Erreichung einer solchen Welt ohne das Mittel des Krieges lieber, doch ich weiß auch, dass ein Tyrann nie freiwillig bereit sein wird seinen Beitrag für diese Zukunft zu leisten.
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