Menschenrecht sind kein Politikum

Es ist das stets sich immer wieder wiederholende Thema. Dort wo das Geld regiert wird das Menschenrecht entweder für Imagekampagnen missbraucht, als lästiges Politikum diffamiert oder anhand verzweigter legitimer Unternehmensstrukturen gebrochen.

 

Neuster Fall in der endlos erscheinenden Liste an Fällen ist die UEFA und die Einfärbung der Münchener Allianzarena in den Regenbogenfarben.

Der Münchener Stadtrat beantragte die entsprechende Einfärbung der Arena für das letzte Gruppenspiel Deutschland gegen Ungarn, doch die UEFA lehnte diesen Antrag wegen des "politischen Kontext" ab.



Die Uefa sei "aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieser speziellen Anfrage – eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt – muss die Uefa diese Anfrage ablehnen".

Uefa-Beschluss: Allianz Arena darf zur Fußball-EM nicht in Regenbogenfarben leuchten | ZEIT ONLINE



Manch einem mag diese Begründung logisch erscheinen, gerade weil die UEFA ja auch zwei Ausweichalternativen angeboten hat.

EM 2021: "Politisches Statement" - UEFA verbietet Allianz Arena in Reg (ran.de)

 

Das Problem an der gesamten Sache ist jedoch, dass der Kampf und das Eintreten für Menschenrechte zu einem politischen Statement degradiert wird.

Wer einen klaren menschenbezogen Kompass besitzt würde Menschenrechte nie als Politikum sehen.

Menschenrechte sind keine Frage des wie "Wo soll der nächste Supermarkt entstehen?" oder "Steuern erhöhen oder senken?".

Beim Kampf und damit der Abschaffung bzw. Überwindung von Ethnophobie, Xenophobie, Antisemitismus, Misogynie, Homophobie, Transphobie oder einer anderen Form menschenfeindlicher Haltung geht es stets um die Herstellung der Realität menschlicher Vielfalt.

 

Ja die menschenfeindlichen Gesetze wurde durch das ungarische Parlament erlassen, doch nur weil etwas in Gesetze gegossen ist ist es noch lange nicht Recht. Unrecht kann niemals per Gesetz zu Recht werden, denn es bleibt immer Unrecht.

Und genau das sind die Gesetze zur Förderung der Diskriminierung von Homosexuellen. Sie sind ein Unrecht, denn sie negieren die Realität der Vielfalt des menschlichen Seins. Sie sind nichts anderes als ein Angriff auf jeden einzelnen Menschen.

 

Die UEFA spricht von Toleranz, von Spielen für jeden, doch es ist nichts anderes als heiße Luft. Wenn es der UEFA um Vielfalt gehen würde, dann wäre sie konsequent und unnachgiebig. Denn wer menschenfeindliche Ideologien vertritt hat nicht im Sport verloren. Fairplay für Intoleranz darf es niemals geben.

Doch statt ernsten Handelns nutzen viele Unternehmen den Pride Month und andere Tage im Jahr um sich ein sauberes Image zu geben. Sie geben sich vielfältig und dennoch machen sie Geschäfte mit jenen die der Vielfalt ablehnend, wenn nicht sogar feindlich gegenüberstehen. Sie scheuen ernste Eintreten für Menschenrechte, weil sie Angst um ihren Profit haben.

 

Wir brauchen dieses verlogene "Human Rights Washing" nicht, sondern echte Solidarität.

Echtes Eintreten für Menschenrechte und gegen all ihre Feinde, auch wenn dies schmerzhaft ist.

Ja ein in den Farben des Regenbogens erleuchtetes Fußballstadion kann keine echte Veränderung herbeiführen, doch es kann den Unterdrückten Mut und Hoffnung in dunklen Zeiten geben. Sie wissenlassen, dass wir an ihrer Seite stehen und sie nicht im Stich lassen. Dass wir der Menschenfeindlichkeit die Rote Karte zeigen.

 

Denn nicht Lesben, Gays, Bisexuelle, Transsexuelle, Intersexuelle und all die anderen sind pervers,

sondern die Welt in der sie leben müssen.

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