Die Freiherren von Falkenrode

GESCHICHTE DER FAMIELE VON HEINREICH

Das Haus von Heinreich im Wandel der Zeit

Die Ursprünge der heutigen Familie von Heinreich reichen bis zum 12. Jahrhundert zurück und liegen am Rande des Harzes nicht unweit der einstigen Hansestadt Quedlinburg.

 

Durch Handel und Ackerbau gelang sie allmählig zu Wohlstand, so dass sie um 1450 ihr erstes Handelskontor errichten konnte. Bis 1712 kamen weitere Kontore in Hamburg, Bremen, Cölln und Königsberg hinzu.

Als Dank für ihre Unterstützung von Kurfürst Friedrich III. in seinem Streben nach der Königswürde erhielten erhob er sie 1711 in den Adelstand der Freiherren. Johann Jakob August Heinreich durfte sich von nun an Johann Jakob August von Heinreich I. Freiherr zu Walkenrode nennen.

Das Handelshaus von Heinreich eröffnete 1784 ein Handelskontor in Amsterdam und zu dem sich 1785 ein weiteres in New York gesellte. Im 19. Jahrhundert wurde das Haus von Heinreich zu eines der 500 mächtigsten Handelshäuser im Bereich Saatgut, Wolle und Gewürze. Um die Risiken zu streuen und weitere Ertragsquellen zu erschließen wurde 1873 ein Investmentunternehmen mit Beteiligung an verschiedenen Unternehmen der Stahl- und Bergbaubranche gegründet.

Das Vermögen belief sich 1900 auf etwa 78 Millionen Dollar. In den kommenden Jahrzehnten jedoch wurde die Familie Heinreich durch schwere historische Ereignisse stark getroffen.

Seit Mitte der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde der jährliche Gewinn  zum Teil in Gold und Kunst investiert, da nach den schweren finanzielle Verlusten, die sich zwischen 1919 und 1924 auf ein Drittel des Gesamtvermögens beliefen, das Vertrauen in die Beständigkeit des Marktes und der Währung verloren gegangen war. Erst 1930 wurde der Vermögenstand in Höhe von 125 Millionen Dollar von 1914 wieder erreicht.

Als 1933 Hitler und seine Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kam war das Handels- und Investmentimperium der Familie auf 4 Kontinenten mit 18 Unternehmen gestiegen. Anfangs war der damalige Präsident der Falkenhain Company ein Unterstützer der Forderungen Hitlers, da er sich von einer Stabilität in Deutschland bessere Geschäfte versprach. Doch mit der Zeit schwand dieses Vertrauen durch den stark militärischen Kurs des neuen Regimes und der Verfolgung von Minderheiten im Reich. So wurde bereits im Frühjahr 1935 mit der Ausfuhr von Kunstgegenständen und Gold im Wert von 23 Millionen Dollar in die USA begonnen. Bis zum Sommer 1939 wurden insgesamt 164 Millionen Dollar sowie 136 jüdische Mitarbeiter und ihre Familien durch eigene Schiffe der kleinen Handelsrederei "Falkenhain" nach New York gebracht. Die Restbestände in Deutschland wurden 1945 kurz vor den Einmarsch der Alliierten auf den Grundstück vergraben. Um den Familienbesitz vor Enteignung durch die Kommunisten zu sichern wurde im September 1946 zwischen den Gemeindevorsteher von Walkenrode und der Familie Heinreich ein Vertrag geschlossen wodurch die Falkenhain Residenz der Gemeinde als Museum und Bibliothek übertragen wurde. In einen Zusatzvertrag bestimmten beide Seiten jedoch die Rückgabe der Residenz nach einer Wiedervereinigung.

Im gleichen Jahr zog die Familie ins Exil nach Bonn wo es sein Unternehmen um Immobilienbesitze und Investitionen in die Technologiebranche erweiterte. Johann Jakob August von Heinreich II. der noch als Kind und Jugendlicher in Falkenhain aufwuchs starb 1988 in Bonn ohne seine Heimat jemals wiedergesehen zu haben. 1992 wurde Falkenhain, gemäß dem Zusatzvertrag, an die Familie zurück  gegen und nach dreijähriger Renovierung 1995 wieder bezogen. Mit der Rückgabe der Residenz wurde die Gemeinde Walkenrode durch eine 50 Millionen Dollar Investition unterstützt und ehemaliges Familienland an die Stadt übertragen.

Die Gründungslegende des Hauses von Heinreich

Der Ursprung von Falkenhain

An einem kalten Winterabend am Ende des 11. Jahrhundert befand sich die Tochter des Edlen von Heinrichs auf dem Rückweg vom Markt in Quedlinburg.

Von der Last auf ihren Schultern und den Anstrengungen des Tages übermannt setzte sie sich für unter einen Baum, um kurz zu verschnaufen. Doch ehe sie sich versah, hatte die Müdigkeit sie in seinen Fängen und so sie schlief sie unter dem Baum ein.

Zwei Falkenbrüder die im Baum ihr Nest aufgeschlagen hatten, sahen sie dort liegen. Wissend, dass Väterchen Frost in der Nacht in Land einkehren würde entschieden sie sich dem kleine Mädchen zu helfen.

Der weißgefiederte Bruder flog zur Erde und sammelte Blätter, die der Herb zurück gelassen hatte, um sie vor der Kälte zu schützen, während der goldgefiederte Bruder sich aufmachte um Hilfe zu finden.

Er flog über Quedlinburg und die nahe Umgebung, doch nirgendwo fand er einen Menschen der helfen konnte. Gerade jedoch als er schon fast alle Hoffnung schwinden sah hörte er aus der Ferne mehrerer Stimmen. Als er schließlich die Stimmen erreicht hatte vernahm er, dass eine ältere Mann und ein kleiner Junge immer wieder den Namen eines Mädchen riefen. Ihm war schnell klar, dass dieses Mädchen jenes sein musste welches erschöpft unter ihrem Baum schlief. Nach einigen Versuchen hatte er schließlich ihr Aufmerksamkeit und führte sie ohne große Umwege direkt zum Baum.

Als sie endlich wieder am Baum angekommen waren war das kleine Mädchen in einer warmen Decke aus Blättern, Halmen, Moos und Zweigen bedeckte. Ihr Vater und Bruder danken den beiden Falken für ihre Hilfe und brachte das erschöpfe Mädchen nach Hause in die warme Stube.

Der kleine Bruder machte sich am nächsten Tag nach dem Hahnenschrei auf zu dem Baum um den beiden Falken für ihre Hilfe zu danken. Er fragte sie, ob sie einen Wunsch. Der Falke mit dem goldenen Gefieder hatte nur einen Wunsch, dass der Baum niemals gefällt werden möge, damit sie hier immer eine sichere Zuflucht hätten.

Der Junge blickte kurz zu den Baum, dann über das Land, dass ihn umgab, und versprach ihnen, ihren Wunsch zu erfüllen. So machte er sich auf, arbeitete unermüdlich und schaffte es einige Jahre später den Baum und das Land, das ihn umgab, zu erwerben. Mit den Jahren pflanzte er weitere Bäume zum Schutz des Baumes, den er zu Ehren der beiden hilfreichen Falkenbrüder, den Falkenhain nannte. Er gab kurz vor seinem Tod auch ein Gelöbnis ab, dass seine Familie für alle Zeiten Schutzpatron des Hain sein möge.

Die Residenz Falkenhain

Die ursprüngliche Residenz entstand 1403 und bestand aus einem länglichen Haupthaus und zwei Nebengebäuden für die Bediensteten.

Dieses wurde 1753 durch einen Neubau ersetz der jedoch 1906 durch einen Großbrand vollständig ausbrannte.

Die neue Residenz Falkenhain wurde 1906 bis 1909 nach den Plänen von Horace Trumbauer errichtet. Dieser hatte zur selben Zeit nach den selben Plänen die Widener Residenz Lynnewood Hall in Philadelphia errichtet. Der damalige Freiherr Maximilian August Jakob von Heinreich war gerade mit seiner Frau Marie Sophie auf Hochzeitsreise als der Brand den Familiensitz zerstörte. Als großer Bewunderer des neoklassizistischen Stils wollte er eine repräsentative Residenz errichten und so auch bei seinen amerikanischen Geschäftsfreunden Eindruck machen.

 

Neben dem Hauptgebäude umfasst die Residenz heute auch ein Gästehaus sowie eine Kinder- und Jugendherberge.



Die Geschichte der Wappen und Flaggen

Die Geschichte der Flagge des Hauses von Heinreich und der Gemeinde Walkenrode ist stets eng verbunden mit der Geschichte der Deutschen.

 

Mit Gründung des Hauses um das Ende des 13. Jahrhunderts bestand die Flagge lediglich aus einem goldenen Grund, der Farbe des damaligen Heiligen Römischen Reiches.

Um 1350 wurde sie um einem grünen Farbstreifen erweitert, zu welchem sich um 1600 jeweilige schwarze Balken hinzugesellten.

Während die Gold für ihr Treue zum Heiligen Römischen Reich stand, standen das grün für den Falkenhain und die beiden schwarzen Streifen für die beiden Falkenbrüder. Die Flagge behielt bis 1806.

Nach dem Ende des Kaiserreichs entschied sich das damalige Oberhaupt der Familie zu einer Änderung der Flagge. Der mittlere schwarz-grün-schwarze Streifen wurde verkleinert und die goldene Flächen durch die Farben weiß und rot ersetzt. So sollte zum einem der Geschichte des Hauses Tribut gezollt werden und zum anderen ein Zeichen für die neue Zeit gesetzt werden. Es hatte aber auch einen pragmatischen Grund, denn zwar war man noch immer ein Anhänger des Heiligen Römischen Reiches, welches der Doppelkopfadler im Wappen klar symbolisierte, dennoch hoffe man so Napoleon gütig zu stimmen.

Auch nach dem Ende Napoleons hielt man an der neuen Flagge fest. Erst mit dem Erstarken des Nationalismus und dem Sieg Bismarcks über die Deutschen Kleinstaaten, sowie dem Generationswechsel im Hause Heinreich, änderte sich die Flagge ein weiteres Mal.

Nach dem Beitritt zum Norddeutschen Bund 1867 und dem Tod von Friedrich Alexander II. wollte sein Sohn und Erbe Karl Gustav I. der neuen Zeit Tribut zollen und einen Schlussstrich mit der fast 150jährigen liberalen Tradition der Familie ziehen.

Karl Gustav I. war ein großer Bewunderer Bismarcks und ein glühender Royalist und Nationalist. Die neue Flagge sollte, wie er 1874 sagte, sowohl dem alten Kaiserreich also auch dem neuen Kaiserreich Tribut zollen.

So entstand 1867 die über einhundertjährige Tradition der Doppelflagge.

Links die Flagge des neuen deutschen Kaiserreichs und rechts die alte Hausflagge zu Zeiten der alten Kaiserreichs.

 

Nach dem Ende des neuen Kaiserreichs 1918 stand das Haus Heinreich und sein Oberhaupt, Ferdinand von Heinreich, der Frage, was nun. Weiterhin die Doppelflagge von 1867 verwenden oder erneut eine neue Flagge einführen. Das Haus von Heinreich hatte wie man sehen kann stets eine Hang zur Änderung seiner Flagge, je nach Zeit und Oberhaupt.

Ferdinand wuchs zur Zeit des zweiten Kaiserreichs auf und war somit geprägt von dem damaligen Nationalismus seiner Zeit, er war aber auch ein Bewunderer der Arbeit seines Großvaters während der Märzrevolution und der liberalen Tradition des Hauses bis 1867. Denn als 1848 die Revolution aus Frankreich nach Deutschland überschwappte stellte sich das Haus von Heinreich schon früh auf die Seite der Revolution. Auch als die Revolution scheiterte gab das Haus nicht auf, sondern verhalf hunderten von Revolutionären über ihr Handelsimperium zur Flucht nach Großbritannien und die Vereinigten Staaten.

Es war eine schwere Entscheidung für ihn, er wollte nicht nur seiner demokratischen und liberalen Überzeugungen Tribut zollen, sondern er musste sich auch bei den Industriellen und ihrer Abneigung des neuen Deutschland gegenüber gutstellen.

So ließ er am 18. Mai 1922 ließ er über Falkenhain das neue Doppelbanner mit dem Familienwappen, welches ebenfalls beide Flaggen enthielt, mit folgenden Worten hissen:

 

„Die Geschichte der Deutschen Stämme und Nationen ist eine Geschichte der Siege, der Entbehrungen und der Leiden. So wie es auch die Geschichte dieses Hauses ist. In den letzten 600 Jahren hat sich die Flagge dieses Hauses immer wieder gewandelt. Sie hat dabei dem Zeitgeist und der herrschenden Gewalt Rechnung getragen.

Das heute gehisste Banner soll mehr als ein Tribut an die Vergangenheit sein. Es möge den Geist dieses Hauses für Deutschland, seine Geschichte, seine Völker und seine Treue repräsentieren.

Das Heilige Römische Reich, die Deutschen Befreiungskriege, die Frankfurter Nationalversammlung, das Deutsche Kaiserreich und die Weimarer Republik sind in ihr vereint und das Symbol für Freiheit und deutschen Stolz.

Möge Deutschland frei und gerecht sein und möge es als stolze und souveräne Nation im Kreise der Völker und Nationen seine Zukunft finden.“

 

Bis 1995 behielt die Deutsche Doppelflagge ihre Gültigkeit.

Nach dem Ende des Kalten Krieges, der Wiedervereinigung und der Rückkehr der Familie von Heinreich nach Walkenrode stand Jacks Großvater, Johann Karl Friedrich von Heinreich erneut vor der selben Frage wie seine Vorfahren all die Jahrhunderte zuvor. Wie sollte es weitergehen mit der Fahne des Hauses von Heinreich?

Sollte die Doppelflagge von 1922 weiterhin Hausflagge bleiben oder eine andere Flagge an ihrer statt über der Heinreich-Residenz thronen. Hinzu kamen die Ereignisse von Hoyerswerda und die Vereinnahmung der Farben schwarz-weiß-rot durch die Nationalisten und Rechtsextremisten.

Zum anderen wollte er aber auch die Arbeit seines Vaters und Großvaters nicht einfach so über den Haufen werfen. Beide hatten sich stets für liberale Werte und eine offene Gesellschaft eingesetzt gehabt.

Da das Familienwappen auch weiterhin beide Flaggen enthielt entschied er sich für die Flagge von 1600. Am 1. Juni 1995 wurde sie feierlich über er Residenz Falkenhain gehisst.

 

Dies hätte das Ende der fast 700jährigen Flaggengeschichte sein können, doch wie das Schicksal und die Geschichte so spielt war es dies nicht.

Als Johann Jacob August von Heinreich 2057 im Berliner Dom vor dem Altar trat um seinem zukünftigen Ehemann Georg Alexander von Kleist das Ja-Wort zu geben sollte dies nicht das Ende des Hauses von Heinreich bedeuten, sondern den Beginn des Hauses von Heinreich-Kleist. Damit einhergehend sollte auch die neue Flagge und das neue Wappen die Geschichte der Familie fortschreiben und zugleich ein Symbol der neuen Zeit darstellen.

Denn Walkenrode und Falkenhain waren nicht mehr nur eine Kommune innerhalb Deutschlands, sondern ein Teil der ersten Republik der gesamten Menschheit auf terranischen Boden.



Flaggen und Wappen der Familie von Heinreich, der Freiherren von Walkenrode

Flagge bis etwa 1350

Wappen bis etwa 1350



Flagge von etwa 1350 bis etwa 1600

Wappen von etwa 1350 bis 1712



Flagge von etwa 1600 bis 1806

Wappen von 1711 bis 1922



Flagge 1806 bis 1871



Flagge von 1871 bis 1922


Flagge von 1922 bis 1995

Wappen von 1922 bis 2057



Flagge von 1995 bis 2057


Flaggen und Wappen der Familie von Heinreich-Kleist,

der Freiherren von Walkenrode

Flagge seit 2057

Wappen seit 2057